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Meine Erfahrungen mit Pappmasche.

Zunächst möchte ich bemerken, dass es sich bei Pappmasche um einen sehr leichten und gut zu verarbeitenden Werkstoff handelt. Ich habe ihn zum Teil nur ein bis zwei Millimeter dick aufgetragen und er wird trotzdem hart wie ein Brett. Er lässt sich anschließend bohren, schleifen, bemalen, bekleben und was auch immer. Ein Wunderwerkstoff ist es natürlich nicht – man sollte also nicht mit einer Raspel oder einem Schwingschleifer ran gehen… und wenn doch, dann aber bitte ganz behutsam.

Ich habe mir eine Platte von 2,50 x 0,95m zurecht schneiden lassen und dann eine zweite Ebene mit Sperrholz gebaut – Schattenbahnhof, Tunnel o.ä. gibt es bei mir nicht. Dann habe ich die Gleise auf Korkstreifen (erst einen 3mm x 26mm und dann einen 2mm x 16mm) verlegt – in der Hoffnung, dass der Bahndamm später mal so vorbildgetreu wie möglich wird - und anschließend den Rest des Geländes zuerst mit Styropor und dann mit Pappmasche gestaltet.

So, nun zum Werkstoff selbst.

Da man keine Tonne auf einmal verarbeiten kann – und auch nicht sollte, da das Material eine gewisse Zeit zum Trockenen braucht – habe ich eine Rührschüssel mit ca. 3 Liter Fassungsvermögen mit Zeitungspapier voll gestopft. Das Zeitungspapier sollte nicht von Magazinen sondern ausschließlich von Tageszeitungen (saugfähig) und entweder sehr klein gerissen oder der Einfachheit halber mit einem Reißwolf zerkleinert worden sein. Dann kommt heißes Wasser drauf bis das Papier bedeckt ist. Über Nacht saugt sich das Papier dann schön voll Wasser. Ich habe es dann nach ca. 12 oder 24 Stunden – je nachdem wie ich Zeit hatte auch später – weiter verarbeitet. Zuerst wird das Wasser abgekippt. Das Papier nicht ausdrücken – nur einfach in ein Sieb geben und dort ca. 5 Minuten abtropfen lassen. Dann Portionsweise wieder in die Rührschüssel geben und mit dem Handmixer (Aufsatz für Rührkuchen) richtig schön mixen – Vorsicht wenn die Hausfrau in der Nähe ist, das könnte nämlich Ärger geben. Nachdem alles mit dem Rührkuchenaufsatz verrührt ist, kippe ich ca. 40 Gramm Tapetenkleister (für schwere Tapeten) dazu und knete alles mit dem Mixer (jetzt aber die Knethaken für Hefeteig aufsetzen) kräftig durch bis alles eine einheitliche und geschmeidige Masse ist. Jetzt kann man es mit Modellierspatel, Händen oder Spachtel verarbeiten. Berge kann man mit Drahtgestell und Gittergewebe vorgestalten und dann mit Pappmasche den letzten Schliff verpassen. Ich habe festgestellt, dass es sich beim Trocknen leicht verändert – eine millimetergenaue Planung ist daher nicht möglich - zumindest nicht im ersten Arbeitsschritt. Ich für meinen Teil hab festgestellt, dass man sowieso nicht so genau planen sollte, da einem während der Gestaltung Ideen kommen, an die man vorher nicht gedacht hat – da entstehen auf einmal Hügel und Wege, Bäche und Seen, Straßen und Stadtmauern…. Was nicht sofort verarbeitet wird, kann mit Frischhaltefolie abgedeckt werden – es hält sich dann ein paar Tage.

Ich halte es nicht für sinnvoll, eine Schicht von mehreren Zentimetern in einem Arbeitsschritt aufzutragen – die Trocknungszeit kann dann Wochen dauern. Ich habe max. 1cm aufgetragen, das ist dann in ca. 1 Woche richtig durchgehärtet – gut Ding will Weile haben

So, ich hoffe ich habe nichts vergessen - und wenn doch, dann einfach fragen

Verfasser: Axel D. Reimann